Panikattacken
Kontrollverlust verstehen und wieder Sicherheit gewinnen
Eine Panikattacke kann sich anfühlen, als würde man plötzlich die Kontrolle über sich selbst verlieren. Das Herz beginnt zu rasen, die Atmung verändert sich, Schwindel oder starke körperliche Anspannung treten auf. Manche Menschen haben das Gefühl, ohnmächtig zu werden, zu ersticken oder die Kontrolle über ihren Körper und ihr Erleben zu verlieren.
Besonders verunsichernd ist dabei häufig, dass die intensive Angstreaktion auftritt, obwohl objektiv keine unmittelbare Gefahr erkennbar ist.
Gerade dieser Unterschied zwischen der tatsächlichen Situation und dem subjektiven Erleben kann ein wichtiger Ausgangspunkt sein, um Panikattacken besser zu verstehen.
Wenn sich Hilflosigkeit überwältigend anfühlt
Panikattacken sind häufig von einem intensiven Gefühl der Hilflosigkeit oder des Kontrollverlusts begleitet.
Die betroffene Person erlebt ihren körperlichen und emotionalen Zustand als bedrohlich und hat möglicherweise den Eindruck, ihm vollständig ausgeliefert zu sein.
Dabei ist es hilfreich, zwischen einer tatsächlich bestehenden Gefahr und der persönlichen Einschätzung der Situation zu unterscheiden.
Unser Nervensystem kann auch dann eine intensive Alarmreaktion auslösen, wenn eine Situation subjektiv als gefährlich wahrgenommen wird, ohne dass eine entsprechende äußere Bedrohung vorliegt.
Die körperlichen Symptome sind dabei real. Ihre Bedeutung wird jedoch möglicherweise anders eingeschätzt, als es die tatsächliche Situation erfordern würde.
Die Wechselwirkung zwischen Atmung, Körper und Angst
Bei Panikattacken spielen körperliche Prozesse eine wichtige Rolle.
Manche Menschen beginnen während einer starken Angstreaktion schneller oder tiefer zu atmen. Eine solche Hyperventilation kann Schwindel, Kribbeln, Benommenheit und weitere unangenehme Empfindungen auslösen.
Wer diese körperlichen Veränderungen wiederum als gefährlich interpretiert, kann dadurch noch stärkere Angst entwickeln.
So kann ein sich selbst verstärkender Kreislauf entstehen: Angst verändert die Atmung, die körperlichen Empfindungen werden bedrohlich bewertet und die Angst nimmt weiter zu.
Ein bewussterer Umgang mit der eigenen Atmung kann deshalb bei manchen Menschen hilfreich sein.
Allerdings entstehen Panikattacken nicht ausschließlich durch Hyperventilation. Auch andere körperliche, psychologische und situative Faktoren können beteiligt sein.
Welche Bedeutung hat die erlebte Bedrohung?
Neben den unmittelbaren körperlichen Vorgängen interessiert mich die Frage, in welchem persönlichen Zusammenhang eine Panikattacke auftritt.
Welche Situation wird als bedrohlich erlebt? Was genau scheint außer Kontrolle zu geraten? Welche Vorstellungen und Befürchtungen sind damit verbunden?
Manchmal können solche Reaktionen mit früheren Erfahrungen von Hilflosigkeit, Überforderung oder Kontrollverlust zusammenhängen.
Auch ungelöste innere Konflikte oder bestimmte Erwartungen an sich selbst können eine Rolle spielen.
Aus dieser Perspektive kann es hilfreich sein, die subjektive Bedrohung genauer zu untersuchen und zu unterscheiden, was tatsächlich in der Gegenwart geschieht und welche Bedeutungen oder Erwartungen möglicherweise zusätzlich hinzukommen.
Dabei geht es nicht darum, die Angst als eingebildet abzuwerten. Vielmehr soll verständlicher werden, wodurch sie entsteht und welche Prozesse sie aufrechterhalten.
Neue Sicherheit und Handlungsmöglichkeiten entwickeln
Wenn die Zusammenhänge zwischen körperlichen Reaktionen, persönlichen Bewertungen und emotionalem Erleben verständlicher werden, können sich neue Möglichkeiten im Umgang mit Panik entwickeln.
Dazu kann gehören, körperliche Empfindungen weniger bedrohlich einzuordnen, den Umgang mit Unsicherheit zu verändern und bisherige Vermeidungs- oder Kontrollstrategien zu hinterfragen.
Bei wiederkehrenden Panikattacken können darüber hinaus spezifische psychotherapeutische Verfahren, insbesondere die kognitive Verhaltenstherapie, hilfreich sein.
Ziel ist es, das Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten zu stärken und wieder mehr Freiheit im Umgang mit angstbesetzten Situationen zu entwickeln.
Wie ich Sie dabei begleite
In meiner Praxis betrachten wir gemeinsam Ihre Panikreaktionen im Zusammenhang mit Ihrer persönlichen Lebenssituation, Ihren Erfahrungen und Ihren bisherigen Bewältigungsstrategien.
Dabei untersuchen wir, welche körperlichen Empfindungen, Vorstellungen und emotionalen Bedeutungen für Ihr Erleben wichtig sind und welche persönlichen Zusammenhänge möglicherweise bestehen.
Im Mittelpunkt steht ein besseres Verständnis Ihrer Reaktionen und die Entwicklung neuer Perspektiven und Handlungsmöglichkeiten.
Wiederkehrende oder erstmalige starke körperliche Beschwerden sollten auch medizinisch abgeklärt werden, damit mögliche körperliche Ursachen nicht übersehen werden.
Sie erleben Panikattacken oder wiederkehrende Gefühle von Kontrollverlust und möchten deren Hintergründe besser verstehen?
In einem ersten Gespräch können wir gemeinsam klären, welche Form der Unterstützung für Ihre Situation sinnvoll sein könnte.
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